Sicherheit?

 
Von Wolfram Saringer
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Wiederholungen sind mir eigentlich zuwider, insbesondere, wenn sich inzwischen eigentlich nichts entscheidendes geändert hat und die neuerlich aufgefahrenen 'Argumente' die immer gleichen sind...

Dessenungeachtet sind natürlich nach dem Versuch, in einer US-amerikanischen Linienmaschine die immer gleichen Mechanismen zu neuem Leben erwacht: der Ruf nach verstärkter Überwachung und dem Einsatz neuerer Technologien (im speziellen die sog. Nacktscanner).

Statt die schon mehrfach geäusserten Bedenken bzgl. der Wirksamkeit der Massnahmen zu wiederholen, lieber eine Frage: wie konnte denn das passieren -- nachdem doch seit Jahren die Passagiere mit zahlreichen 'Sicherheitskontrollen' die Reise immer beschwerlicher gemacht wird? Der, entgegen den Annahmen der Verfechter dieser Massnahmen, wohl korrekte Schluss, ebenfalls bereits hier geäussert: so wirksam sind die getroffenen Regelungen eben einfach nicht. Und da hilft es nicht im mindesten, frei nach Watzlawick 'Mehr davon' zu verfügen: Der Ansatz ist im Kern falsch. Es macht z.B. Flüge zu immer lohnenderen Zielen für Terroristen, auch, weil die jeweils auf auch nur einen gescheiterten Versuch folgende Panik bereits mehr als genug Lohn für die Aktion darstellt.

Die Idiotie der geforderten Verschärfung der Massnahmen zeigt sich besonders gut an dem Detail, dass der Inhaber der explosiven Unterhosen auf einer Watchlist geführt wurde. Was hätte also eine weitere Vergrösserung der Unannehmlichkeiten für Reisende bewirkt? Dass der Name dort noch rot unterstrichen worden wäre?

Ein glänzendes Beispiel dafür, dass bestehende Regelungen vollkommen ausreichend gewesen wären (und, wohlgemerkt, hätte sich dieser Passagier ganz ohne über eine Passkontrolle hinausgehende Sicherheitsmassnahmen ausfiltern lassen), während die hochgelobten Schuhkontrollen absolut nichts beigetragen haben.

Und dem ehemaligen Leiter der Sicherheitsabteilung der betroffenen Fluglinie sollte man das Wort 'Nacktscanner' im Morsealphabet mit einem Baseballschläger an die Stelle des Körpers tätowieren, unter der bei manchen Menschen das fürs Denken zuständige Organ sitzt. Bei diesem Exemplar besteht ohnehin keine Gefahr, lebenswichtige Teile zu verletzen...