Wahl. Wahl?

 
Von Wolfram Saringer
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Es ist ja nicht so, als ob wir gestern eine Wahl gehabt hätten: es war sicher nicht nur das Wetter an der niedrigen Wahlbeteiligung schuld, der klare Ausgang hat wohl ein übriges getan. Und Hundstorfer hat wohl nicht unrecht, wenn er meint, wären die Wähler unzufrieden, wären sie wählen gegangen.

Eine höhere Wahlbeteiligung hätte wohl Fischers Erfolg nur deutlicher werden lassen da ja normalerweise die grösste Motivation zur Wahl nicht die Würdigung demokratischer Vorgänge sondern der Protest gegen Bestehendes ist...

Dass Hr. Strache von einer Hexenjagd auf die FPÖ-Kandidatin spricht, wirkt eher erheiternd. Leider steht zu befürchten, dass das schlechte Abschneiden Rosenkranz' sich nicht unbedingt auf anstehende Wahlen übertragen lässt -- so wenig, wie Fischers Erfolg ein Erfolg der SPÖ ist. Was diese ja fairerweise auch zugibt...

Das Zündeln der ÖVP am Rande des Geschehens wirkt sehr unprofessionell, weder die Aufforderung zur Weisswahl noch die Schuldzuschiebungen bzgl. der niedrigen Wahlbeteiligung lassen die Partei im besten Licht erscheinen. Sind die Personalreserven tatsächlich so schöpft, dass sich kein würdiger Gegenkandidat finden liess?

Da bislang jeder Bundespräsident, der zur Wiederwahl angetreten ist, auch im Amt bestätigt wurde, stellt sich tatsächlich die von Fischer aufgeworfene Frage, ob eine Verlängerung er Amtszeit in Verbindung mit Abschaffugn der Wiederwahlmöglichkeit nicht sinnvoll wäre. Überlegenswert wäre vielleicht auch eine Mischform mit einer Art Amtsbestätigung zur Halbzeit.