Initialen

 
Von Wolfram Saringer
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So oft hier österreichische Innenpolitik berührt wurde, so selten kam derjenige zu Wort, der von sich selbst meist in er dritten Person spricht und dazu die Initialen benutzt (ich verstehe die Distanzierung durchaus).

Findet sich nun jener beim Herausgeber des aufgrund des Farbdrucks nicht einmal als Klopapier geeigneten und daher an U-Bahnstationen verschenkten Blattes, das mit seinem Namen so gerne suggerieren würde, für alle Österreicher zu sprechen (was es nicht tut), ist keine hochstehende Rhetorik zu erwarten. Ein paar Perlen wortreicher Hülsen seien aber doch hervorgezerrt und bei Licht betrachtet.

Bei der "Mitte-Rechts-Kraft", die "weder ein Geschichts- noch ein Vergangenheitsverein" sein möchte, fällt bereits auf, dass Rosenkranz in Ungnade gefallen sein dürfte. Und nicht mehr zur "grossartigen und tollen Mannschaft" gehören dürfte.

Auch die Statements zur Entwicklung des Euro zeugen von echtem Weitblick ("75% der Griechen wollen ohnehin die Drachme wieder einführen", "Es wäre vernünftiger gewesen, nicht Mitglied der EU zu werden").

Auch der Zustand der Hauptstadt bereitet dem Retter der Österreicher schlaflose Nächte von max. 4h Länge: zum Thema 20h Arbeitstage im Wahlkampf meint der selbst berufene Messias: "Das wird auch in Wien der Fall sein. Ich werde in Wien Tag und Nacht wahlkämpfen -- weil diese Stadt geht sonst vor die Hunde." Lieber vor die Hunde als einen Bürgermeister mit stramm-teutschem Doppelnamen...

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Vielen Dank an die edle Spenderin des Ausdrucks des Interviews -- den Besuch der Website des Blattes konnte ich mir somit ersparen.