Rot

 
Von Wolfram Saringer
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Es gibt Dinge, die sind mir zu hoch. Bestes aktuelles Beispiel: US-Wahlen. Erst vor 2 Jahren haben die Amerikaner mit viel Enthusiasmus den engagiertesten Präsidenten seit langem gewählt. Und weil nach eben 2 Jahren nicht alles repariert ist, was 8 Jahre Bush-Administration an Abfall hinterlassen haben -- wählen sie ihn quasi ab.

Leider kommt bei den emotionalisierten Massen der Kern des Problems nicht mehr an, da Argumente bereits mit Gefühlen 1:10 aufgewogen werden: Das Lieblingsziel der Republikaner, die Gesundheitsreform, bringt die USA gerade mal auf einen EU-Standard von vor ewig. Sie ist nur vor dem Hintergrund des furchtbaren Zustandes der USA eine Revolution, der Rest der zivilisierten Welt ist bereits einiges weiter.

Die einschneidenden Änderungen zum Positiven in der Aussenpolitik, die gesichtswahrende Vorbereitung des unvermeidlichen Abstiegs der USA als einzige Supermacht, die Suche nach internationalen Kompromissen, getragen von Mehrheiten, statt der Konfrontationssucht des Hrn. Bush -- all das mag innenpolitisch von Ewiggestrigen in Rot als Schwäche interpretiert werden. Realistisch betrachtet ist es genau das Gegenteil.

Schade, dass ein fähiger Mann das seinen Landsleuten nicht vermitteln kann und sich von primitivster Seite anschütten lassen muss. Beruhigenderweise hat die Tea Party in einigen ihr zentralen Staaten verloren... ein Lichtblick.