Jan Weiler: Drachensaat

 
Von Wolfram Saringer
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Mehr noch als beim Kameramörder dreht sich die Handlung um Macht und Realitätsverzerrung durch Medien. Diverse Container-und Talk-Shows auf die Spitze treibend versammelt ein Arzt einige speziell ausgewählte Patienten, die, wie er meint, an einem besonderen, durch unsere Konsum-zentrierte Gesellschaft hervorgerufenen Syndrom leiden, in einer einsamen Klinik, um ihnen eine von ihm konzipierte Therapie anzubieten.

Die Ereignisse überschlagen sich als die Mitglieder der Therapiegruppe den Auftrag ernst nehmen und tatsächlich zur Entführung eines Proponenten der Erfolgs- und Konsumorientierten, kapitalistischen Gesellschaft entführen. Die Erzählperspektive wechselt von einem Mitglied der Gruppe zum Entführten und schliesslich zu Gerichtsprotokollen. Abgesehen von der teilweise durchaus fundierten Kritik an sowohl Kapitalismus wie auch dessen Gegenbewegungen finden sich einige heitere Elemente und einige Absurditäten. Die Geschichte hätte meine Ansicht nach allerdings an Qualität gewonnen durch Weglassen der Luft essenden Dame... Dessen ungeachtet eine eindeutige Leseempfehlung.