Sagenhaft

 
Von Wolfram Saringer
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Der Mann hat Mut. Und Humor. Aber vermutlich braucht man von beidem nicht unerhebliche Mengen, wenn man die rechtsfreundliche Vertretung von Karl-Heinz Grasser übernimmt.
So fordert Hr. Ainedter nunmehr die Einstellung der Vorermittlungen gegen seinen Mandanten weil eine "Intensivierung des Verdachts" nicht mehr zu erwarten und "Sämtliche Sachverhalte (...) hinreichend geklärt" seien.

Die Tatsache, dass nach 1,5 Jahren noch keine Anklage erhoben wurde führe ich allerdings weniger auf mangelnde Substanz als vielmehr ein Übermass derselben zurück: da wird man wohl schon eine ganze Weile an der Erstellung einer Anklageschrift sitzen.

Ironie der Geschichte: der "beste Finanzminister" kannte sich selbst bei den für seine Veranlagungen gewählten Konstrukten nicht aus -- und musste der Expertise seines offensichtlich sinistren Steuerberaters vertrauen. Eigenartig, dass KHGs Wunderfähigkeiten immer die Kleinigkeit zu kurz greifen sollen als dass er strafrechtlich für seine Taten belangbar wäre -- das war dann immer jemand anders.

Den Herrn von der Schippe springen zu lassen wäre wohl das größte Versagen der Justiz der letzten Jahrzehnte und steht damit wohl hoffentlich nicht zur Debatte. Gerade die selbstverständlich für alle Genannten geltende Unschuldsvermutung bedarf dringendst der Klärung.