Interesse

 
Von Wolfram Saringer
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Selbiges konnte man Providern selten unterstellen -- zumindest, was Bedürfnisse ihrer Kunden betrifft. Ganz anders sieht das natürlich aus, wenns um Daten geht, die Kunden *nicht* verraten wollen, so z.B. aufgerufene Programme und Webseiten oder gesendete bzw. empfangene SMS. Enter Carrier IQ...

Natürlich ist bei den gerade hoch gehenden Wogen bzgl. Datensammelei eines nicht zu vergessen: SMS und aufgerufene Webseiten gehen ohnehin durch Providerhände und können zu grossen Teilen auch an anderen Stellen der Infrastruktur geloggt und/oder eingesehen werden. Für diese Transportdienste wird von Kundenseite stillschweigend ein Post-ähnliches Ethos angenommen (teilweise auch tatsächlich aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen gerechtfertigt), nur bleibt diese Zurückhaltung nun beim Einsatz der Carrier IQ Software auf den Endgeräten?

Die distanzierung des Softwareherstellers und Dienstleisters Carrier IQ selbst ist bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar, wenn auch von einer gewissen Dealermentalität geprägt (ich gehe auch davon aus, dass die weitreichenden Datensammelfähigkeiten ein Verkaufsargument waren). Dessenungeachtet waren offensichtlich die Provider diejenigen, die über den Umfang der Datensammlung bestimmt haben -- und, wie ich unterstelle, in den seltensten Fällen ihre Kunden korrekt davon in Kenntnis gesetzt haben, dass Nutzungsdaten, die auch höchst privater Natur sein können, erfasst werden.

Eine Anfrage beim eigenen Provider ob des Einsatzes besagter Software wäre sicher angebracht. Vielleicht ist genau das der Skandal, den die Branche braucht, um wieder zu Vernunft zu kommen (siehe z.B. Mindestvertragsdauer).